Raus aus dem Wald

Die Zeiten des Hinnehmens sind vorbei. Früher, da legte der verärgerte Wanderer oder Waldbesitzer dem Mountainbiker Stöcke und Steine in den Weg. Nur, das machte den Trail im Regelfall technisch interessanter und half, die Fahrtechnik zu verbessern. Und die wenigen wirklich engagierten Versuche, in technischem Gelände uns Mountainbikern das Leben zu erschweren, endeten im Regelfall auch mit der Annahme der Herausforderung, diese zu meistern.

Diese Zeiten sind vorbei!

In Deutschland, vor allem in den westlichen Bundesländern, entwickelt sich eine gefährliche und ernst zu nehmende Gefahr.

Raus mit euch aus dem Wald!

Mit krimineller Energie wird versucht, Mountainbiker aus dem Wald zu vertreiben. Da werden Nagelbretter und Glasscherben ausgelegt. Es werden Drähte auf Kopfhöhe von Baum zu Baum gespannt und Bauten in Bikeparks beschädigt. Die Zahl der Verletzten und der Anzeigen bei der Polizei häufen sich. Erste Schwerverletzte gibt es. Wann wird es gar den ersten Toten geben?

Woher der Groll, woher diese kriminelle Motivation?

Man muss sich fragen, ob es nicht so ist, dass dem Handeln der Täter eine Art Legitimation gegeben wird; durch die Art und Weise, wie in Politik und Presse mit dem Thema Mountainbiker und Waldnutzung umgegangen wird. Eine 2-Meter-Regel und Streckensperrungen sind doch, wie eine offizielle Bestätigung, gegen Mountainbiker Front zu machen. Motiviert durch geistige Brandstifter in Politik und Presse, die einen Kreuzzug gegen eine Minderheit betreiben, denken diese Radikalen auch noch im Recht zu sein. Die eigene Position wird dabei auch nie in Frage gestellt.

Raus aus dem Wald von muschiMehr Mountainbike-Videos

Der Kampf gegen Radeln im Wald wird auch dankbar durch die Politik angenommen, denn so kann man vom eigentlichen Versagen in wichtigen Fragen ablenken. Und das polemisieren gegen eine Minderheit war schon immer bevorzugtes Mittel, die Massen zu instrumentalisieren. Mit der Generalisierung der vermeintlich negativspoten Eigenschaften von Moutainbikern einerseits und der Verharmlosung daraus resultierender Verhaltensweisen durch die Gesellschaft andererseits, wird negative Stimmung auf eine neue Ebene gehoben.

Das Funktionsprinzip ist dabei immer das gleiche:

Erst wird das berechtigte Anliegen einer Minderheit von den sogenannten selbsternannten Etablierten ignoriert, dann klein geredet und schließlich diffamiert. Wird dann aber eine Gegendruck spürbar, werden erste kleine Zugeständnisse gemacht. Verbunden mit der Forderung an die Minderheit, endlich klein bei zu geben.

Begleitet wird dies von Gewaltanschlägen Einzelner, die sich mit den Zugeständnissen des eigenen Polit-Protektorats nicht abfinden können und wollen. In der Folge kann dies dann zu gegenseitiger Gewalt eskalieren; bis sich die Meinungsführer der Gruppen davon distanzieren, um schließlich eine gemeinsame Lösung zu suchen, dem Konflikt die Grundlage zu entziehen.

Hier ist jeder Einzelne gefragt, nicht sofort jedem „Hurra“-Gebrüll hinterher zu laufen. Ob bei solch unwichtigen Dingen wie dem Befahren des Waldes durch Mountainbiker oder wichtigen Dingen, wie der Aufnahme von Flüchtlingen in unserem Land.

Jeder Einzelne kann Einfluss auf das Ganze nehmen.

Stattdessen sind wir leider auch nur eine Herde von Schafen unter anderen Herden von Schafen. Die sich entweder leiten lassen oder sich gleichgültig in ihr Schicksal ergeben.

Ausnahme: Nur im Netz, den sozialen Netzwerken und Foren, da sind wir obenauf, zumindest für einen kurzen Moment. Dort entrüstet man sich, es wird fremdgeschämt und mit dem Kopf geschüttelt. Aber nach fünf Minuten und einem „Like it“ ist das auch schon wieder Vergangenheit und der nächste Punkt in der „Timeline“ wird abgearbeitet.

Dauerhaft Initiative zu ergreifen kommt dabei den wenigsten in den Sinn. Dabei wäre doch zum Beispiel schon mit der Anmeldung in einem Interessenverband ein wichtiger Schritt getan. Sei es die DIMB, der ADFC, der DAV oder die unzähligen Radsportvereine und Radabteilungen vor Ort. Nur wenn wir uns in großer Zahl organisieren, gelingt es, unsere Interessen erfolgreich zu vertreten. Denn zuerst schaut die Politik nicht auf die Fakten. Nein, sie schaut auf die Anzahl der potentiellen Wähler die von einem Verband oder einer Vereinigung vertreten werden. Und im Vergleich zu den Kosten, die unser Hobby verursacht, ist der Mitgliedsbeitrag für die genannten Vereine geradezu lächerlich gering.

Seht es als Spende damit ihr morgen noch legal und sicher im Wald fahren könnt.
„Raus aus dem Wald“ hat viele Gesichter. Lasst uns dieser Tatsache mit einem Gesicht gegenüber treten.

In diesem Sinne – Think Pink- eure Muschi.

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