SRAM Eagle 12fach-Schaltung im Test: 

SRAM Eagle 12fach-Schaltung im Test: Vor fast genau einem Jahr stellte SRAM die SRAM Eagle-Schaltung vor – 12 Gänge, erhältlich in den Varianten XX1 (für XC) und X01 (für Trail und Enduro). Die Gruppen verfügen über eine Bandbreite von 500 % bei gleicher Kassettenbreite wie die 11fach-Varianten mit XD-Aufnahme aus gleichem Hause. Wir haben im Doppel-Test sowohl die SRAM X01 im Trail- und Enduro-Segment wie auch die SRAM XX1 im gnadenlosen Dauertretfeuer in die Mangel genommen und sind mit beiden Gruppen zusammen weit über 4000 km gefahren. Hier ist unser Test.

Der Umwerfer ist tot – ab diesem Jahr: SRAMs Zukunftspläne, was die Kettenschaltung betrifft, klangen im vergangenen Jahr radikal. Aber der Plan der US-Amerikaner ist für die Firma so logisch wie konsequent: Mit der Entwicklung der ersten 12fach-Kettenschaltung wurde die Abkehr vom Umwerfer eingeläutet, ab sofort sollen 12 Gänge ausreichen – für Alles, für Alle. Mit der 2012 vorgestellten 11fach-Schaltung kam man dem Masterplan schon recht nahe. Aber gerade für Fahrer, die oft und lange steile Anstiege hinaufkurbeln müssen, blieb die Bandbreite von 2- oder 3fach unerreicht, eine 11fach-Schaltung ergab hier keinen Sinn.

Pechschwarz – die SRAM X01 Eagle am Nicolai G13

#1 Pechschwarz – die SRAM X01 Eagle am Nicolai G13

Also gab es mit der neuesten Entwicklung, die wie auch schon die XX1 aus Schweinfurt kommt, noch einen Gang obendrauf. Erreicht werden soll dies mit der neuen 12fach-Technologie: 500 % Bandbreite und einer Abstufung von 10-12-14-16-18-21-24-28-32-36-42-50, wobei der prägnanteste Teil der neuen Schaltung das tellergroße 50-Zähne-Ritzel aus Alu ist. Wir haben beide Schaltungen, parallel zu unseren weiteren Testbikes, die letzten 12 Monate getestet: Unser Kolumnist Mario “Muschi” Peters die SRAM Eagle XX1 im harten Dauerkurbel-Renn- und Overnighter-Modus (weit über 2500 km), ich die SRAM Eagle X01 im Trail- und Enduroeinsatz (über 1500 km).

Sowohl die XX1 …

#2 Sowohl die XX1 …

… als auch die X01 mussten sich in völlig unterschiedlichen Bikes beweisen

#3 … als auch die X01 mussten sich in völlig unterschiedlichen Bikes beweisen

Inhalt

Kurz & knapp

Vor fast genau einem Jahr hat SRAM die Eagle-Schaltung vorgestellt und im Vergleich zur 11fach XX1 einiges verändert, damit das System korrekt funktioniert und nicht nur einen Gang-, sondern auch einen Performance-Sprung macht.

  • SRAM XX1 Eagle für XC, SRAM X01 Eagle für Trail und Enduro
  • Gesamtgruppe leichter als aktuelle 2fach-Gruppen: 1456 Gramm (XX1 Eagle gesamt) und 1502 Gramm (X01 Eagle gesamt)
  • 2 Kurbelvarianten in Carbon
  • Neues Zahndesign des SRAM Eagle Direct Mount Kettenblatts
  • 500 % Bandbreite durch 10–50 Zähne Kassette: 10, 12, 14, 16, 18, 21, 24, 28, 32, 36, 42, 50

Preis UVP: 1306 € (SRAM X01 Eagle), 1524 € (SRAM XX1 Eagle) | Bikemarkt: SRAM Eagle kaufen

Tiefergehende Informationen zur neuen Schaltung findet ihr im Vorstellungsartikel der SRAM Eagle.

In der Hand

Elegant kommt die Eagle daher – und die Komponenten wirken auf den ersten Blick im Vergleich mit der originalen SRAM XX1 gar nicht fremd. Die Änderungen sind neben der neuen X-Dome-Kassette, das wie schon die XX1 bis auf das letzte Ritzel komplett aus einem Stück Stahl gefräst ist, erst auf den zweiten Blick sichtbar: Der untere Schaltwerks-Pulley ist in der Zahnanzahl erhöht (14t statt 12t), die Kette ist bei laut SRAM identisch guter Funktion schmaler geworden.

SRAM X01 Eagle-Gruppe

#4 SRAM X01 Eagle-Gruppe

SRAM XX1 Eagle-Gruppe

#5 SRAM XX1 Eagle-Gruppe

Auch das Eagle-Kettenblatt sieht nun anders aus: Mit einer zusätzlichen Kante in jedem Zahn soll das Eagle-Blatt erheblich länger haltbar sein. Das abstrakte Aussehen der Zähne am Kettenblatt soll die Lebensdauer der Schaltgruppe verlängern und sie gleichzeitig leiser machen. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Geräusche und Verschleiß entstehen dort, wo Material auf Material arbeitet. Die Zähne am Kettenblatt gleichen nun denen verschlissener Kettenblätter. Dadurch arbeitet die Kette weniger auf den Zähnen, es ist weniger Materialabrieb vorhanden und dadurch leiser. Darüber hinaus soll so die Lebensdauer der Komponenten verlängert werden.

Sieht gewöhnungsbedürftig aus, soll aber zur weitaus längeren Haltbarkeit beitragen: Das neue Zahnprofil der Eagle-Kettenblätter

#6 Sieht gewöhnungsbedürftig aus, soll aber zur weitaus längeren Haltbarkeit beitragen: Das neue Zahnprofil der Eagle-Kettenblätter

Die SRAM Eagle-Kette ist durch flachere Außenlaschen noch ein Stück schmaler geworden - soll aber haltbarer sein als zuvor

#7 Die SRAM Eagle-Kette ist durch flachere Außenlaschen noch ein Stück schmaler geworden – soll aber haltbarer sein als zuvor

Das X01-Schaltwerk in der schwarz-roten Variante

#8 Das X01-Schaltwerk in der schwarz-roten Variante

Am Trigger hat sich bis auf das neue Logo und einen Rastpunkt mehr kaum etwas verändert

#9 Am Trigger hat sich bis auf das neue Logo und einen Rastpunkt mehr kaum etwas verändert

Die obere Schaltwerksrolle ist nun nicht mehr mit zwei verschieden breiten Zähnen ausgestattet. In der Vergangenheit gab es öfter Probleme mit auf dem falschen Zahn des oberen Schaltröllchens laufenden Ketten – durch die gleichbleibende Breite auf genau diesem Röllchen wurde dieses Problem behoben.

Das SRAM X01 Schaltwerk. Optisch gefällt uns ehrlich gesagt die ganz schwarze Variante besser als die mit rotem Käfig

#10 Das SRAM X01 Schaltwerk. Optisch gefällt uns ehrlich gesagt die ganz schwarze Variante besser als die mit rotem Käfig

Aufbau

Beginnend vom bekannten 10er Ritzel geht es bei der SRAM Eagle bis auf 50 Zähne hoch (10, 12, 14, 16, 18, 21, 24, 28, 32, 36, 42, 50), womit die Eagle einen Einsatzbereich abdeckt, der 2fach-Schaltungen mit Umwerfer in fast Nichts nachsteht – mit einer Ausnahme: Die Gangsprünge sind etwas gröber. Das acht Zähne größere 50t-Ritzel ist als letztes Ritzel, wie schon bei XX1 und Co., aus Aluminium hergestellt. Der Rest der Kassette ist, ebenfalls wie bei der XX1, aus einem einzelnen Block Werkzeugstahl gefräst und soll dadurch eine hohe Haltbarkeit bieten.

Ein Teil – bis auf das große Aluritzel: Die X-DOME Kassette

#11 Ein Teil – bis auf das große Aluritzel: Die X-DOME Kassette

Montage

Die Montage von Trigger, Kurbel, Kassette am XD-Driver und Schaltwerk geht ebenso leicht von der Hand wie bei den älteren Geschwistern aus der 11fach-Serie. Der Clou kommt bei der Feinjustierung: Mit einer roten Plastikschablone lässt sich nun der für eine perfekte Funktion wichtige Abstand (“Chain Gap”) zwischen oberem Pulley und größtem Ritzel ganz einfach bestimmen – eingestellt wird dieser per Vorspannschraube auf der Oberseite des Schaltwerks.

Das Tool zur perfekten Einstellung des Abstandes zwischen Ritzel und Schaltröllchen

#12 Das Tool zur perfekten Einstellung des Abstandes zwischen Ritzel und Schaltröllchen

Durch die Kettenlängung beim Einfedern sollte dieser Abstand von einer zweiten Person eingestellt werden, während der Fahrer im Sag auf dem Bike steht. Die finale Justage geschieht wie gehabt durch die Einstellschraube am Trigger. Hier sollte man ordentlich einstellen – ist dies einmal sorgfältig geschehen, wird man mit der Eagle lange problemlos fahren.

Auf dem Trail

Hannes – SRAM X01 Eagle

Testgerät für die vergangenen 400 km – das Nicolai G13

#13 Testgerät für die vergangenen 400 km – das Nicolai G13

Schon von der 11fach-XX1 bin ich eine gute Funktion gewohnt – wie fühlt sich die neue Variante an? Ich erwarte eine Schaltung, die nicht nur optimal funktioniert, sondern auch bei Regen, Schnee, Matsch oder Staub perfekte Performance abliefert; nichts anderes darf und sollte man bei dem Preis erwarten. Verbaut haben wir am 29er Nicolai Enduro ein 32er Kettenblatt – also zwei Zähne mehr, als ich auf einer regulären 11fach-Schaltung am 29er montieren würde.

Weniger ein spurtstarker Gang als vielmehr eine äußerst komfortable Notreserve bei steilen Anstiegen: So empfinde ich das riesige Ritzel

Einmal eingestellt, rasten die Gänge mit wenig Kraftaufwand und einem sanften Knacken auf das nächste Ritzel, mit einer hohen Geschwindigkeit und Präzision. Im Uphill surrt die Kette dahin, für mich mit dem Endurobike sind die Gangsprünge optimal passend. Für lange Uphills benötigt man das 50t-Ritzel auf Dauer eher selten, aber was viel wichtiger ist: Muss man bergauf mal “rausnehmen” oder wird es steiler und technischer, ist das 50er eine gute Hilfe. Der superkleine Gang entspannt und lässt den Fahrer in steileren Passagen regenerieren. Durch das 32er Kettenblatt hat man zusätzlich nach unten heraus noch Reserven, sodass man erst jenseits der 35 km/h zügiger treten muss.

Mit Highspeed in Nove Mesto pod Smrkem

#14 Mit Highspeed in Nove Mesto pod Smrkem

Wer runter will, muss zuerst hoch – auf der Insel Leros beim ersten Anstieg

#15 Wer runter will, muss zuerst hoch – auf der Insel Leros beim ersten Anstieg

Rumpelrumpel und alles mit Fotorucksack: Die Spannung der X01 Eagle hält

#16 Rumpelrumpel und alles mit Fotorucksack: Die Spannung der X01 Eagle hält – Foto: Arnau Navarro

In Griechenland auf den wunderschönen Trails auf Kos

#17 In Griechenland auf den wunderschönen Trails auf Kos

Auch bergab lässt die SRAM Eagle keine Wünsche offen: Selbst in ruppigerem Terrain hält die Kette dauerhaft stand und klappert nur äußert selten gegen die Kettenstreben. Bis heute ist die Spannung in der “Clutch” des Schaltwerks weiter sehr hoch, die Kette straff. Schalten unter Last, vor einer dicken Wurzel bergab oder ein richtig ekliges Rüberwürgen der Kette fast im Stehen? Die Eagle macht es mit. Hatte ich mit der XX1 im einjährigen Testzeitraum noch zwei Kettenabwürfe, fiel die Kette mit der Eagle in den vergangenen 10 Monate nicht einmal hinunter, auch im Rennmodus während der Trail Trophy nicht. In den absolvierten 1500 Kilometern irritierte sich die Kette lediglich zweimal kurzzeitig beim Schalten, was sich jedoch mit einem Gangwechsel direkt beheben ließ. Sonstige Vorkommnisse: Fehlanzeige.

Muschi – SRAM XX1 Eagle

Will unerkannt bleiben: Unser Kolumnist Muschi mit dem Focus Raven MAX, das die SRAM XX1-Kassette zu diesem Zeitpunkt 1800 km montiert hatte

#18 Will unerkannt bleiben: Unser Kolumnist Muschi mit dem Focus Raven MAX, das die SRAM XX1-Kassette zu diesem Zeitpunkt 1800 km montiert hatte

Ballern bis der Arzt kommt, das ging auch schon mit der 11fach-Schaltgruppe von SRAM. Im Regelfall waren ambitionierte Marathonfahrer mit dieser Schaltgruppe ausreichend bedient. Da der Wechsel des Kettenblatts innerhalb von Minuten vollzogen ist, war es auch nie ein Problem, schnell auf wechselnde Bedingungen vor einem Rennen oder auf das Streckenprofil zu reagieren. Je nach Begebenheit nutzte ich ein 32er, 34er oder 36er Kettenblatt.

Die SRAM XX1 Eagle am Focus Raven MAX Factory

#19 Die SRAM XX1 Eagle am Focus Raven MAX Factory

Die ersten 1800 km fuhr ich die SRAM Eagle an meinem Dauertestrad 2016 Focus Raven MAX Factory mit einem 36er Kettenblatt. In Vergleich zu dem von mir bevorzugten 34er an der 11-fach-Gruppe versprach ich mir bei der Eagle eine Erweiterung der Bandbreite, welche einen Wechsel zu einem 34er Kettenblatt überflüssig machen sollte. Über Monate verrichtete die Schaltgruppe so ihren Dienst. Sie schaltet nochmal sauberer als die 11-fach-Gruppe und ist obendrein leiser – dafür verantwortlich sind wohl die Veränderungen an der Zahnbreite der oberen Schaltrolle und vor allen Dingen die “angenagt” aussehenden Zähne des neuen Kettenblatts.

Muschi auf der Hatz …

#20 Muschi auf der Hatz …

… in den tschechischen Wäldern

#21 … in den tschechischen Wäldern

Der große Vorteil der zwölf Gänge ist allerdings, dass ich eine viel bessere Kettenlinie nutze, die wohl auch auf Dauer zu einer längeren Haltbarkeit der Kassette führen wird. Dazu fahre ich mehr im mittleren Bereich der Kassette, da dort die Kettenlinie am idealsten ist.

Nach Ende des Focus-Dauertests wanderte die Schaltgruppe an mein neues Racehardtail, dem HaPe XC Carbon mit Sonderlackierung. Erst noch mit der bekannten 36er Übersetzung unterwegs, wechselte ich dann versuchsweise auf ein 34er Kettenblatt. Dieser Wechsel auf ein kleineres Kettenblatt brachte für mich keinen spürbaren Vorteil im Berg, wohl aber einen Nachteil auf schnellen Passagen, wo ich nun wieder viel mehr auf den ersten zwei Ritzeln der Kassette fuhr. Anmerken möchte ich dazu aber, dass ich gerne niederfrequent kurbel. Für Genussfahrer oder solche, die auch gerne mal eine höhere Frequenz treten, wird das im Lieferumfang enthaltene 34er Kettenblatt eine ausreichende Bandbreite liefern.

Zweites Testrad: Das HaPe XC Carbon

#22 Zweites Testrad: Das HaPe XC Carbon

Der anfangs von mir gefahrene Trigger verrichtete so unauffällig seinen Dienst, wie man es erwarteten sollte. Ich mag jedoch Gripshift und mit dem Radwechsel stand auch ein Wechsel auf den Drehgriffschalter an. Dieser brachte die von mir gewünschten Veränderungen in der Schaltperformance mit. Einmal von oben nach unten oder umgekehrt durchschalten, ohne nachspannen zu müssen, ist im Rennen schonmal ein gern genutzter Vorteil. Für Langbeiner mit kurzen Vorbauten entfällt mit dem Umbau auf den Gripshifter dazu auch noch das Kniestoßen am Trigger im Wiegetritt. In dieser Konfiguration wird die Schaltgruppe nun ihren Dienst verrichten, bis uns der Verschleiß scheidet. Ich werde darüber berichten. Sonstige Vorkommnisse? Auch bei mir keine!

Haltbarkeit

Der Winter ist bei uns keine Skisaison, sondern perfekte Testzeit: Wer wie die beiden Tester keinen Wintersport betreibt, ist auch im Schnee und Matsch in den kalten Monaten auf den Bikes unterwegs. Auch hier musste sich die Eagle bewähren: Im schlammigen Winter in Deutschlands Mittelgebirgen wie auch im sandigen Terrain Südenglands oder der Inselhüpfen-Tour in Griechenland mit dauerhaftem Rad-Aufenthalt an Deck mit Salzwasserduschen halten die Einzelteile bis zum heutigen Tag problemlos.

Das X01-Kettenblatt sieht nach über 1500 km noch passabel aus, die Kanten in den Zähnen sind noch nicht abgenutzt. Die Kurbel hat zwar Abriebspuren, diese befinden sich jedoch nur auf dem Kunststoff

#23 Das X01-Kettenblatt sieht nach über 1500 km noch passabel aus, die Kanten in den Zähnen sind noch nicht abgenutzt. Die Kurbel hat zwar Abriebspuren, diese befinden sich jedoch nur auf dem Kunststoff

Einzig die bis dahin einwandfrei funktionierende Kette musste nach rund 1200 Kilometern aufgrund eines Radwechsels (längere Kettenstreben des Nicolai G13) ersetzt werden, die Kettenlängung war hier noch absolut im Normbereich. Auch nach 2500 (XX1) und 1500 km (X01) läuft das System problemfrei und das teuerste Modul der X01-Schaltung, die rund 300 € teure Kassette, zeigt bislang kaum Abnutzungsspuren und dürfte so noch lange halten. Gepflegt wurde die SRAM X01 lediglich mit Ballistol (Schmierung des Schaltzugs), Muc Off-Reiniger und Bürste für das ganze System sowie regelmäßigem Auftragen von Kettenöl.

Dreckig - ok. Verschleiß: noch ok (1600 km). Lediglich die Beschichtung reibt sich hier und da etwas ab

#24 Dreckig – ok. Verschleiß: noch ok (1600 km). Lediglich die Beschichtung reibt sich hier und da etwas ab

Während oberes Prozedere eine normale Pflege darstellt, die viele Biker ähnlich erledigen werden, erhielt die SRAM XX1 unter den Fittichen von Muschi erhielt noch peniblere Pflege – mit Wachs:

Mit dem Test der SRAM Eagle XX1 bot sich an, die Kette einmal nicht mit einem Öl zu schmieren, sondern ein Wachsprodukt zu benutzen. Seit Testbeginn wird die Kette nur mit dem Kettenwachs von Squirt geschmiert.

Der Vorteil ist unverkennbar: Die Kette, die Kassette und das Kettenblatt sehen immer aus wie geleckt und Rückstände lassen sich bei der Radwäsche bequem abspülen. Die Nachteile erfährt man sich: Die Schmierung auf der Kette reicht je nach Umständen und Wetter nur für 30 bis 50 km, dann muss nachbehandelt werden. Je trockener die Streckenverhältnisse sind, umso länger werden die Pflegeintervalle. Ausserdem sollte man die Kette immer Stunden vorher mit dem Wachs behandeln, damit das Wachs vollkommen auf der Kette austrocknen kann. Dafür ist das Wachs zu 100 % biologisch und Kassette und Kette behalten ihren dekadenten Look.

Die XX1-Kassette nach 1500 km.

#25 Die XX1-Kassette nach 1500 km.

Nach 2090 km wechselte ich zum ersten Mal die Kette, bevor diese die erste Verschleißgrenze an meiner Rohloff-Kettenlehre erreicht hatte. Mein Plan ist, die Ketten alle 2000 km zu wechseln und dann die gut angefahrenen Ketten nochmal zu einem späteren Zeitpunkt aufzuziehen. Bei diesem Wechsel tauschte ich auch das 36er gegen ein 34er Kettenblatt. Durch meine Erfahrungen mit der 11fach-Gruppe von SRAM denke ich, dass die Kassette mindestens 6000 km halten wird. Meine Hoffnung ist, sie mehr als 8000 km fahren zu können. Der Zustand der Kassette ist zum jetzigen Zeitpunkt weitaus besser als der einer 11fach-Kassette mit gleicher Laufleistung – die Beschichtung der schwarzen X01-Kassetten, Black ED (electro disposition coating), ist nachweislich nicht so haltbar wie die der XX1 Kassetten 11-fach in silber E-Ni (electroless nickel coating) oder der 12fach-Variante in gold E-Ni mit Ti-Nitrid.

Muschis XX1-Kassette nach rund 1850 km – leichte Abriebspuren

#26 Muschis XX1-Kassette nach rund 1850 km – leichte Abriebspuren

Kassette nach 2500 km

#27 Kassette nach 2500 km

Kettenblatt nach 2500 km

#28 Kettenblatt nach 2500 km

Nach 2600 km gab es Schaltprobleme, die auf den Schaltzug, der mit Inlinern im Rahmen geführt wird, zurückzuführen ist. Dieses Problem kenne ich schon vom Focus Raven MAX: Das System mit offen verlegten Zügen im Rahmen ist anfälliger gegen Schmutz und Wasser. Verlegt man Züge mit durchgehender Aussenhülle, gibt es diese Probleme nicht.

Fazit – SRAM Eagle

Perfekte Schaltperformance, optimale Führung der Kette ohne Abwürfe, gute Ergonomie des Triggers und nur rund 50 Gramm schwerer als das 11fach-Pendant: Es gibt viele gute Schaltungen – aber die SRAM Eagle ist aktuell definitiv die beste Kettenschaltung auf dem Markt. Wir konnten bislang keine Schwachstellen bei der Eagle entdecken – wenn nur der hohe Preis nicht wäre …

Stärken

  • Perfektes Schaltverhalten
  • Sehr leise
  • Auch ohne Kettenführung ist ein Kettenabwurf nahezu ausgeschlossen

Schwächen

  • Sehr hoher Preis

Testablauf

Getestet wurden die beiden Schaltungen seit Ende Juni durch alle Jahreszeiten hindurch. Während die SRAM X01 Eagle im Trail/Enduro-Bike zum (Renn-)Einsatz kam, musste sich die goldene SRAM XX1 Eagle bei unserem Kolumnisten und Kilometertöter Mario “Muschi” Peters in 24h-Rennen sowie auf Marathons und Tagestouren beweisen.

Hier haben wir die SRAM Eagle getestet

  • Teutoburger Wald: Waldig, wurzelig, 100 % matschig im Winter
  • Rund um Dorset / England: Sandig, flowige Trails
  • Griechische Inseln: Mehrheitlich rumpeliges, steiniges Gelände
  • Auf Hometrails und Rennen in der Eifel und den Niederlanden
  • Westerwald

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